Warum eine Seite reicht
Viele Softwareprojekte scheitern nicht an der Technik, sondern daran, dass niemand genau aufgeschrieben hat, was das Ergebnis können soll. Ein zehnseitiges Lastenheft braucht ein kleiner Betrieb dafür nicht. Eine gut gemachte Seite genügt, um mit einer Entwicklerin oder einem Entwickler über Aufwand und Preis zu sprechen. Wichtig ist, dass sie das Problem beschreibt und nicht schon die Lösung vorgibt.
Die acht Fragen
- Was ist das Problem? Beschreibe in zwei Sätzen, was heute nervt oder Zeit kostet. Beispiel: „Wir tragen Mietgeräte in eine Excel-Liste ein, und oft weiß niemand, wo ein Gerät gerade ist.“
- Wer nutzt das Werkzeug? Eine Person, das ganze Team, auch Kunden? Wie technisch sind sie?
- Wie läuft es heute ab? Schreibe die Schritte auf, so wie sie wirklich passieren, einschließlich Umwege.
- Welche Daten spielen eine Rolle? Was wird erfasst, woher kommt es, wie viele Einträge sind es ungefähr?
- Welche Regeln gelten? Zum Beispiel: Ein Gerät darf nicht doppelt verliehen werden. Preise richten sich nach der Dauer.
- Was soll am Ende herauskommen? Eine Liste, ein PDF, eine Rechnung, eine Erinnerung?
- Was gehört nicht dazu? Ein klarer Rahmen verhindert, dass das Projekt wächst, ohne dass jemand es merkt.
- Woran erkennst du, dass es gelungen ist? Zum Beispiel: „Die Monatsübersicht dauert statt drei Stunden eine halbe Stunde.“
Ein Beispiel auf einer Seite
Problem: Ausleihe von Werkzeugen im Betrieb wird auf Zetteln notiert, Rückgaben gehen unter. Nutzer: Werkstattleitung und zwei Mitarbeitende, am Rechner in der Werkstatt. Heute: Zettel am Brett, abends Übertrag in Excel, wenn Zeit bleibt. Daten: etwa 80 Werkzeuge mit Nummer, Name, Ort; Ausleiher, Datum. Regeln: Ein Werkzeug kann nur an eine Person gleichzeitig verliehen werden; nach 14 Tagen soll eine Erinnerung erscheinen. Ergebnis: Übersicht „wo ist was“, Liste überfälliger Rückgaben als Ausdruck. Nicht dabei: Bestellung neuer Werkzeuge, Anbindung an die Buchhaltung. Erfolg: Beim Suchen eines Werkzeugs reicht ein Blick auf den Bildschirm.
Die Zahlen in diesem Beispiel sind frei gewählt und zeigen nur, wie konkret du werden kannst.
Typische Fehler
- Die Lösung steht schon fest („wir brauchen eine App“), obwohl das Problem noch unklar ist.
- Der Ablauf wird so beschrieben, wie er sein sollte, nicht wie er ist.
- Ausnahmen werden vergessen: Was passiert bei Stornierung, Doppelbuchung, fehlenden Daten?
- Niemand beschreibt, was nicht dazugehört.
- Es gibt keine Messlatte für den Erfolg.
Muster zum Kopieren
Schreibe die acht Überschriften untereinander und beantworte jede in zwei bis fünf Sätzen. Beginne mit der Frage, die dir am leichtesten fällt. Zeige die Seite einer Person aus dem Team, die den Ablauf täglich erlebt, und frage: „Fehlt etwas?“ Meist kommen dabei die wichtigsten Ergänzungen zusammen.
Und danach?
Mit der fertigen Seite kannst du auf drei Wegen weitergehen: erstens prüfen, ob eine aufgeräumte Tabelle reicht (siehe Excel oder eigene Software?), zweitens ein fertiges Programm suchen, drittens ein kleines Werkzeug nach Maß bauen lassen. Welche Bausteine es gibt und was sie kosten, steht im Angebot. Bei Bedarf hilft die Sprechstunde: 60 Minuten, in denen wir deine Seite durchgehen, Lücken füllen und ehrlich einschätzen, ob und wie sich ein Werkzeug lohnt. Wer schon konkret ist, findet Beispiele unter Kleines Tool programmieren lassen.
Alle Preise sind Endpreise; gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet. Das Angebot richtet sich an Unternehmen, Selbstständige und Vereine.
Häufige Fragen
Muss ich technisch sein, um die Seite zu schreiben?
Nein. Beschreibe den Ablauf in deinen Worten, die Technik klären wir danach.
Wie lang darf die Seite sein?
Eine Seite ist ein guter Richtwert. Wichtiger als Länge ist, dass Ablauf, Regeln und Ergebnis klar sind.
Was kostet die Sprechstunde?
60 Minuten kosten 149 € als Festpreis. Der Preis steht vor der Buchung fest.
Bekomme ich danach ein Angebot?
Ja, wenn ein Werkzeug sinnvoll ist, erhältst du einen Festpreis. Ist es nicht sinnvoll, sagen wir das ehrlich.
Gehört mir die Software am Ende?
Das regeln wir im Angebot schriftlich. Bei Werkzeugen nach Maß erhältst du die Dateien.
Nächster Schritt
In der Sprechstunde gehen wir deine Seite gemeinsam durch. Sie endet auch mit dem Ergebnis „lohnt sich nicht“.
Nur für Unternehmen, Selbstständige und Vereine. Alle Preise sind Endpreise; gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet. Keine Rechts- oder Steuerberatung.